Die Bärlauchsuche – bei vielen Menschen mittlerweile eine beliebte Freizeitaktivität – geht Anfang April wieder in die heiße Phase über. Bis die Pflanzen im Mai blühen und ungenießbar werden, ist Bärlauch ein begehrtes Kraut in vielen Küchen. Kein Wunder, denn Bärlauch lässt sich auf unterschiedlichste Weise zu vielen Leckereien verarbeiten. Wir zeigen euch heute, wo ihr die auch „wilden Knoblauch“ genannte Pflanze in unserer Region finden könnt und was ihr dabei beachten solltet.
Bärlauch-Spots in Südthüringen
Im Folgenden haben wir euch eine Übersicht über einige der besten Orte zusammengestellt, an denen ihr wilden Bärlauch pflücken könnt. Um es euch zu erleichtern, die Spots zu finden, sind die jeweiligen Standorte im Text verlinkt. Bitte beachtet, dass es sich dabei um Koordinaten handelt, die leicht abweichen können.
Kühndorf
Nordwestlich von Kühndorf und nordöstlich des Berggasthofs Charlottenhaus gelegen, findet ihr am Nordhang des Dolmar unterhalb der Wiese im Wald ein wahres Bärlauchmeer.
Schmiedefeld
Folgt ihr den Gleisen der Rennsteigbahn (beziehungsweise dem Verlauf der Nahe) von Schmiedefeld aus nach Richtung Süden, gelangt ihr an einen Bahnübergang. Auf dessen rechter Seite erstreckt sich ein Waldstück, in dem ihr Bärlauch sammeln könnt.
Saalfeld
Startet in Saalfeld an der Kläranlage und folgt dem Saaleradweg Richtung Nordwesten. Entlang des Weges wartet sowohl am Saaleufer rechterhand als auch im Auwald auf der linken Seite Bärlauch auf euch.
Frankenblick
Folgt der Mühlstraße in Frankenblick in Richtung Osten und überquert die kleine Brücke, die in die Straße am Mühlberg übergeht. Ein kurzes Stück unterhalb der Brücke, am Ufer des Flusses Effelder, wächst der wilde Knoblauch.
Veilsdorf
Nehmt den Unteren Leitenweg in Veilsdorf und folgt ihm nach Westen durch den Wald. Nach einem guten Stück Weg findet ihr südlich der Bahngleise unterhalb des Weges eine Menge Bärlauch.
Eisfeld
Südwestlich der Stadt Eisfeld liegt ein Waldstück, in dem ihr eine Menge Bärlauch sammeln könnt. Ihr erreicht es, indem ihr der Falkenstraße bis an ihr südliches Ende folgt. Nehmt dann in westliche Richtung den Werra-Burgen-Steig. An einer 4-Wege-Kreuzung geht ihr ein weiteres Mal den Weg weiter nach Westen. Nördlich des Steigs liegt besagtes Waldstück.
Hildburghausen
Die wohl am einfachsten erreichbare Stelle in dieser Liste. Im östlichen Teil des schönen Schlossparks in Hildburghausen könnt ihr Bärlauch mitten im grünen Herzen der Stadt pflücken.
Dietlas
Im kleinen Ortsteil der Krayenberggemeinde findet ihr nördlich des Mühlackers eine Stelle, an der ihr nach Bärlauch suchen könnt. Ihr gelangt dorthin, indem ihr von der Lengsfelder Straße aus dem Waldweg in Richtung Osten folgt. Angekommen bei einer Weggabelung haltet ihr euch rechts. Entlang des Weges erspäht ihr schon nach kurzer Zeit die ersten Bärlauchblätter.
Straufhain
Im dichten Wald bei Straufhain könnte es etwas schwieriger werden, das begehrte Küchenkraut zu entdecken. Der beste Startpunkt ist hier wohl die Burgruine Straufhain. Bahnt euch euren Weg durch die Bäume und Sträucher in Richtung Osten und ihr werdet bald fündig.
Falls ihr noch mehr Sammelstellen sucht, könnt ihr auf der Karte von mundraub.org deutschlandweit weitere Orte zum Pflücken finden – beispielsweise auch für Nüsse oder Obstbäume.
Bärlauch ernten & erkennen – Tipps & Tricks
Wenn ihr wilden Bärlauch sammeln geht, gilt es einige Dinge zu beachten. Damit eure Ernte so glatt wie möglich abläuft, haben wir euch die wichtigsten Infos im Folgenden einmal zusammengefasst.
Gefährliche Bärlauch-Doppelgänger
Leider ist es für Laien nicht immer einfach, die Blätter des Bärlauchs richtig zu bestimmen. Sie ähneln denen des Maiglöckchens und der Herbstzeitlosen, wobei erstere giftig und letztere sogar tödlich ist. Damit ihr auf der sicheren Seite seid, seht ihr hier einmal die wichtigsten Merkmale im Überblick:
| Merkmal | Bärlauch (essbar) | Maiglöckchen (giftig!) | Herbstzeitlose (tödlich!) |
| Blattstiel | Jedes Blatt hat einen eigenen, dünnen Stiel. | Zwei Blätter umschließen einen gemeinsamen Stiel. | Blätter wachsen rosettenartig ohne Stiel aus dem Boden. |
| Blattunterseite | Mattgrün | Glänzend | Glänzend |
| Wuchsform | Blätter wachsen einzeln aus dem Boden. | Blätter wachsen paarweise. | Blätter sind eher steif und tulpenähnlich. |

Solltet ihr euch dennoch unsicher sein, gibt es einen meist eindeutigen Weg, die Pflanze zu identifizieren: den Geruchstest. Man erkennt Bärlauch am besten an seinem intensiven Knoblauchduft. Zerreibt ein Blatt zwischen den Fingern – riecht es nicht eindeutig nach Knoblauch, nehmt ihr lieber nichts davon. Wichtig ist, dass ihr den Test mit möglichst sauberen Händen durchführt, damit der Geruch nicht verfälscht wird.
Weitere Tipps zum Sammeln von Bärlauch
- Nachhaltigkeit: Bitte befolgt die “Ein-Blatt-Regel“. Bärlauch braucht Energie, um im nächsten Jahr wieder zu wachsen. Lasst deshalb an jeder Pflanze mindestens ein Blatt übrig, zieht niemals die Zwiebel mit heraus und vermeidet es nach Möglichkeit, auf die Pflanzen zu treten. Die Verwendung einer Schere kann unnötigen Schaden am Bärlauch verhindern. Außerdem solltet ihr darauf achten, nicht eure gesamte Ernte an derselben Stelle zu entnehmen, sondern sie über ein größeres Gebiet zu verteilen.
- Zeitpunkt: Bärlauch fängt meist ab Mai an zu blühen. Dadurch verliert er an Aroma, wird faserig und bitter. Solltet ihr weiße Blüten an der Pflanze erkennen, lasst ihr lieber die Finger von den Blättern.
- Rechtliches: In Deutschland gilt die sogenannte Handstraußregel. Sie besagt, dass man für den Eigenbedarf nur eine geringe Menge Wildpflanzen entnehmen darf – so viel, wie zwischen Daumen und Zeigefinger passt. Das Sammeln in Naturschutzgebieten ist streng verboten.
- Hygiene: Achtet darauf, den Bärlauch – und Pflanzen im Allgemeinen – nicht direkt am Wegesrand zu sammeln, da er dort durch unterschiedlichste Quellen kontaminiert oder schlicht verunreinigt sein kann. Wascht eure gesammelten Blätter zu Hause gründlich in einem kalten Wasserbad ab. Bewegt ihn dabei sanft mit den Händen hin und her. Länger als 2-3 Minuten sollte er nicht im Wasser liegen, da er sonst matschig wird. Die Reinigung ist sehr wichtig, insbesondere um eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm zu verhindern.
Rezeptideen für euren Bärlauch
Vom einfachen Gewürz über Pesto bis hin zu Bärlauchknödeln – die Möglichkeiten von Bärlauch in der Küche sind extrem vielfältig. Zur Inspiration sind hier zwei simple Rezepte für euch, um das beste aus eurer Ernte herauszuholen:
Cremige Bärlauchsuppe (4 Portionen)
- 1 Zwiebel
- 500 g Kartoffeln
- 250 g Bärlauch
- 1 EL Butter
- 1 L Gemüsebrühe
- 200 g Frischkäse
- Salz und Pfeffer
- 1 Prise Muskat
Zwiebel & Kartoffeln schälen und klein würfeln. Bärlauch waschen und grob zerkleinern, Butter in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebeln glasig dünsten. Kartoffeln dazugeben und kurz mitbraten. Gemüsebrühe hinzugeben und alles für 15 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind. Frischkäse unterheben und den Bärlauch in die Suppe geben. Für 2 Minuten bei geringer Hitze köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken und mit einem Pürierstab pürieren. Bärlauchsuppe mit Kräutern nach Wahl garnieren.

Bärlauch-Dinkelbrot
- Butter (zum Einfetten)
- 50 g Bärlauch
- 500 ml Wasser
- 1 Würfel Hefe
- 500 g Dinkelmehl
- 100 g Sesam
- 20 g gehackte Haselnüsse
- 1 TL Salz
- 2 EL Balsamico
Eine Kastenform (25 oder 30 cm) mit Butter einfetten. Bärlauch waschen und klein hacken. Wasser in eine Schüssel geben und die Hefe darin auflösen. Die restlichen Zutaten zugeben und einen Teig anrühren. Den flüssigen Teig in die Kastenform füllen und in den kalten Ofen stellen. Bei 200 Grad Ober-/Unterhitze 60 Minuten backen. Falls das Brot noch zu weich ist, einfach aus der Form nehmen und nochmal in den Ofen stellen.

Noch ein Tipp für die Küche: Bärlauch verliert beim Erhitzen schnell sein Aroma, deshalb solltet ihr ihn entweder direkt verarbeiten oder bei warmen Gerichten erst kurz vor Ende der Garzeit hinzugeben. 💚

