Die Spargelsaison hat gestartet und das beliebte Stangengemüse ist während dieser Zeit aus vielen Haushalten nicht wegzudenken. Das liegt einerseits an seinem besonderen Geschmack, aber auch an seiner Vielseitigkeit – Spargel kann auf unterschiedlichste Art genossen werden. Heute erfahrt ihr, wo ihr in Südthüringen erntefrische Stangen bekommt und worauf ihr bei der Zubereitung achten solltet. Zum Schluss haben wir auch noch ein kleines Rezept für euch.
Wo bekommt ihr frischen Spargel in der Region?
Zu Anfang ein kleiner Dämpfer: Die klimatischen Bedingungen des Thüringer Waldes sind leider nicht ideal für den großflächigen Spargelanbau. Aber keine Angst! Es gibt trotzdem einige Anlaufstellen, an denen ihr tagesfrischen Spargel bekommen könnt. Südthüringen wird hauptsächlich durch Erzeuger aus dem Erfurter Becken versorgt –und das im großen Stil.
Spargelhof Kutzleben
Ein Name, der vielen Thüringern ein Begriff sein dürfte: Der Spargelhof Kutzleben ist einer der größten Spargellieferanten des Freistaats. Seine humusreichen Lehmböden bilden optimale Voraussetzungen für das Spargelwachstum. Durch jahrelange Erfahrung hat sich Kutzleben als feste Größe auf dem Markt etabliert und bewirtschaftet heute circa die Hälfte des gesamten Anbaugebiets in Thüringen. Ausgezeichnet mit der „Goldenen Spargelstange“, die seit 2023 durch die Spargelstadt Beelitz in Brandenburg verliehen wird, zählt sein Spargel zum Besten in ganz Europa. Der Spargelhof Kutzleben bietet seine Ware während der Saison an zahlreichen Ständen in ganz Thüringen an, oft auf Marktplätzen oder an markanten Orten wie großen Super- oder Baumärkten. Ein paar dieser Standorte haben wir für euch dabei:
- Hildburghausen: Hier gibt es einen regelmäßigen Stand auf dem Marktplatz.
- Ilmenau: Am Kaufland am Mühltor 1 und auf dem Marktplatz beim Apothekerbrunnen.
- Meiningen: Während der Saison fast täglich auf dem Marktplatz und auf dem Parkplatz vom Kaufland in der Werrastraße 14.
- Neuhaus am Rennweg: Oft beim toom-Baumarkt in der Sonneberger Straße 246.
- Schleusingen: Auf dem Marktplatz.
- Sonneberg: Ein bekannter Spot ist der Parkplatz vor dem toom-Baumarkt in der Neustadter Straße 199.
- Suhl: Meist direkt auf dem Marktplatz oder am Kaufland in der Würzburger Straße 1.
- Zella-Mehlis: Am A71-Center in der Industriestraße 4.
Hinweis: Hier sind bei Weitem nicht alle Stände aufgelistet. Der Spargelhof Kutzleben entscheidet kurzfristig je nach Erntemenge und den Standgenehmigungen, wo genau der Spargel verkauft wird. Als Faustregel gilt: Sucht in jeder Stadt nach dem zentralen Marktplatz, dem größten Supermarkt beziehungsweise Baumarkt und ihr werdet zu 90 % fündig! Ihr erkennt die Stände leicht an ihrer markanten blauen Farbe.
Agrargesellschaft Herbsleben
Der zweite große Spargelerzeuger aus dem Erfurter Becken. Die Agrargesellschaft Herbsleben kann auf 200 Jahre Tradition zurückblicken und wird für den einzigartigen Geschmack ihres Spargels geschätzt, der durch die besondere Zusammensetzung ihrer Böden zustande kommt: Schwarzerde auf Löß. Die Agrargesellschaft Herbsleben ist in Südthüringen punktueller vertreten als der Spargelhof Kutzleben, macht aber trotzdem einen guten Teil des Marktes aus. Den Spargel aus Herbsleben findet ihr hauptsächlich auf den Wochenmärkten in der Region, wie zum Beispiel in Meiningen, Suhl, Ilmenau, Zella-Mehlis, Rudolstadt, Schmalkalden oder Sonneberg. Er wird aber auch direkt in den Gemüseabteilungen der großen Märkte wie Globus oder Kaufland verkauft – dort müsst ihr auf die Kennzeichnung auf der Verpackung achten.


Obsthof Bosse
Ein weiterer, kleinerer Erzeuger aus der Nähe von Erfurt. Der Obsthof Bosse ist zwar größtenteils auf Obst spezialisiert, betreibt aber auch einige saisonale Stände in Thüringen, an denen ihr frischen Spargel erwerben könnt. Auch in unserer Region könnt ihr ein paar davon finden:
- Bad Liebenstein
- Meiningen
- Schmalkalden
- Steinbach-Hallenberg
- Wilhelmsthal
- Zella-Mehlis
Die genauen Standorte der Verkaufsstände sowie deren Öffnungszeiten könnt ihr direkt auf der Website des Obsthofs Bosse einsehen.
Hofladen Schmalkalden
Zuletzt haben wir noch einen kleinen, aber feinen Tipp für euch: Der Hofladen Schmalkalden ist eine gute Adresse für regionale Produkte wie Honig, Marmelade, Eier oder frische Milch. Davon abgesehen hat er aber immer wieder saisonale Lebensmittel im Sortiment, darunter auch erntefrischen Spargel aus Herbsleben und dem Erfurter Becken.
Adresse: Näherstiller Straße 27, 98574 Schmalkalden
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 14 bis 17 Uhr
Tipps und Tricks für euren Spargel
Der Frische-Check
Um sicherzustellen, dass euer Spargel wirklich frisch ist, gibt es ein paar Dinge, die ihr beachten solltet. Als erstes könnt ihr den Sound-Test machen: Reibt zwei Stangen aneinander. Hört ihr ein helles, metallisches Quietschen? Dann ist euer Spargel frisch. Die Spitzen der Stangen sollten fest verschlossen sein. Helle, saftige Schnittstellen sind ein weiterer Indikator für Qualität. Auch eine glänzende Schale ist ein gutes Zeichen. Im Zweifel solltet ihr vor dem Kauf auch die unteren Enden der Stangen genau betrachten. Wenn sie bräunlich, grau oder eingetrocknet sind, lasst ihr sie lieber liegen.
Wie lagere ich meinen Spargel?
Natürlich solltet ihr euren Spargel immer möglichst frisch essen, da er nach dem Stechen schnell an Aroma verliert. Aber sind wir mal ehrlich: Gerade wenn der Preis stimmt, werden auch gerne mal größere Mengen mit nach Hause genommen. Damit ihr lange etwas vom Spargel habt, hier einmal die optimale Anleitung, wie ihr ihn lagerfähig macht: Am besten direkt nach dem Einkauf den ungeschälten Spargel für 15 Minuten in eiskaltes Wasser legen. Danach tupft ihr ihn mit Küchentuch trocken und wickelt ihn in ein feuchtes Tuch ein. Dieses wiederum packt ihr nochmal in Frischhaltefolie ein. Im Gemüsefach eures Kühlschranks sollte sich euer Spargel so mehrere Tage knackig bleiben. Übrigens: Grünen Spargel stellt ihr am besten aufrecht in ein Glas mit etwas Wasser – wie einen Blumenstrauß!
So schält ihr euren Spargel richtig
Spargel ist teuer, deshalb sollte er auch immer sparsam geschält werden. Am besten legt ihr eine Stange zwischen Daumen und Zeigefinger, sodass das Ende auf eurem Handballen aufliegt. Nehmt nun ein Gemüseschälmesser oder ein Spargelmesser und beginnt es circa 3 bis 4 Zentimeter unterhalb des Kopfes gleichmäßig durch die äußere Schicht zu ziehen. Im unteren Bereich könnt ihr ruhig etwas mehr wegnehmen. Habt ihr das Messer einmal bis zum Ende der Stange durchgezogen, dreht ihr sie um ungefähr ein Sechstel und wiederholt das Ganze. Nach dem Schälen überprüft ihr den Spargel am besten nochmal auf holzige Stellen. Zum Schluss schneidet ihr 2 bis 3 Zentimeter vom unteren Ende ab. Weißer Spargel muss unbedingt geschält werden, da er sonst holzig ist und bitter schmeckt. Bei grünem Spargel reicht es meist, das untere Drittel zu schälen. Ein Tipp für Zero Waste: die Enden und die Schalen können super in Salzwasser ausgekocht werden, um als Spargelkochwasser oder als Grundlage für eine kräftige Spargelsuppe zu dienen.


Das Geheimnis des Kochwassers
Euren Spargel schneidet ihr vor dem Kochen am besten in möglichst gleich lange und dicke Stücke, damit die Garzeit gleich bleibt. Nachdem ihr das Wasser oder den Spargelsud aufgekocht habt, gibt es einige Dinge, die ihr in den Topf geben solltet, um euren Spargel zu verfeinern:
- Salz: Für die Grundwürze.
- Zucker: Bindet die Bitterstoffe des Spargels.
- Zitronensaft: Sorgt dafür, dass die Stangen ihr helle Farbe behalten und nicht grau werden.
- Butter: Dient als Geschmacksträger.
- Milch: Macht den Spargel besonders zart und aromatisch.
- Liebstöckelkraut: Intensiviert den Eigengeschmack des Spargels, ohne ihn zu überdecken und sorgt für ein würzigeres Aroma.
Ihr solltet euren Spargel immer vorsichtig ins Wasser legen beziehungsweise stellen, da er nach dem Schälen empfindlich ist. 8 bis 15 Minuten Kochzeit sind meist ausreichend, je nach Dicke der Stücke. Wenn ihr sichergehen wollt, probiert ihr am besten einfach eine Stange. Grüner Spargel geht wesentlich schneller als weißer.
Spargel mal anders – Spargelspaghetti
Zum Abschluss haben wir noch eine Rezeptidee für euch, die eurem Spargel etwas frischen Wind verleiht. Es ist vielseitig und kann beliebig verfeinert werden. Viel Spaß beim Zubereiten und guten Appetit!
Zutaten für 2 Portionen:
- 300 g Spaghetti
- 150 g Kochschinken
- 250 g Spargel
- 3 Frühlingszwiebeln
- 1 Becher Crème fraîche
- etwas Parmesan
- Salz und Pfeffer
- 1 EL Butter
Den Spargel schälen und die holzigen Enden abschneiden. Die guten Teile in ca. 4 cm lange Stücke schneiden. Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden. Den Spargel zusammen mit den Spaghetti in Salzwasser al dente kochen. Den Schinken in kleine Würfel schneiden. Die Butter schmelzen und darin die Frühlingszwiebeln und den Schinken andünsten. Nun die Crème fraîche unterrühren. Nudeln und Spargel abgießen und einen halben Schöpflöffel Kochwasser auffangen. Die Nudeln und die Spargelstücke zurück in den Topf geben, das Kochwasser dazugeben. Nun mit der Sauce vermengen und mit Salz und Pfeffer würzen. Nach dem Servieren mit Parmesan bestreuen.
Schmeckt auch super mit grünem Spargel!

