Südthüringen | Beitrag der Redaktion | 20. Mai 2026
Erdbeeren pflücken in Südthüringen

Ab Mitte Mai startet die Saison der wohl beliebtesten Beere im ganzen Land: der Erdbeere. Ihr Aroma passt perfekt zu den warmen Sommermonaten und darüber hinaus lassen sich aus ihr die süßesten Versuchungen zaubern. Erdbeeren selbst zu pflücken ist in vielen Haushalten mittlerweile ein fester Punkt im Jahresplan und das aus gutem Grund: Es ist nachhaltiger, günstiger, die Beeren könnten nicht frischer sein und vor allem macht es einfach Spaß! Alle Spots zum Selbsternten inklusive Hinweise, was ihr beachten solltet, findet ihr in diesem Beitrag. Zum Schluss haben wir ein einfaches, aber super leckeres Rezept für euch.


Wo könnt ihr frische Erdbeeren sammeln?

Abgesehen vom heimischen Garten gibt es in unserer Region einige Spots, an denen ihr nach Herzenslust selbst Erdbeeren ernten könnt. Die Selbstpflückfelder in Südthüringen und unmittelbarer Umgebung werden von zwei verschiedenen Höfen bewirtschaftet.

Christians Erdbeer- und Geflügelhof

Dieser Hof in Eußenhausen bei Mellrichstadt am Fuß der Rhön liegt zwar ein kleines Stück hinter der thüringisch-bayrischen Grenze, betreibt aber einige Felder in unserer Region. Christians Erdbeer- und Geflügelhof ist ein Familienbetrieb, der seit 1964 – damals noch an der innerdeutschen Grenze – regional, nachhaltig und zukunftsorientiert arbeitet. Das Wichtigste für die beiden Inhaber Christian und Daniela ist der Respekt vor Tier, Natur und Lebensmitteln. Aus Überzeugung verkaufen sie deshalb nur das, was sie auch selbst essen.
Die Erdbeerfelder des Hofs findet ihr hier:

  • Bad Blankenburg: In Richtung Schwarza, direkt an der B88/Rudolstädter Straße.
  • Eußenhausen: Ein kleines Stück hinter der Landesgrenze, von Eußenhausen Richtung Mellrichstadt, liegt der Hof inklusive Erdbeerfeld. Die offizielle Anschrift ist die Mellrichstädter Straße 41.
  • Rohr: In Richtung Ellingshausen, auf der linken Seite der L1131.
  • Schleusingen: Auf der Höhe von Geisenhöhn, gegenüber der Ortseinfahrt Ratscher.
  • Witzelroda: Westlich der Moorgrundstraße in Richtung Gumpelstadt.

Auf diesen Feldern könnt ihr in der Regel ab Anfang Juni mit dem Pflücken beginnen. Die Preise und Öffnungszeiten variieren je nach Wetterlage und dem Erntefortschritt. Christians Erdbeer- und Geflügelhof setzt auf maximale Frische und Flexibilität, weshalb es keine starren Saisonpreise gibt. Der Preis pro Kilogramm wird täglich festgelegt und orientiert sich einerseits an der Marktlage und andererseits am Stand der Saison (am Anfang und am Ende der Saison sind die Preise meist niedriger). Deutlich günstiger als im Supermarkt bleibt es aber allemal. Ein großer Pluspunkt: naschen ist direkt auf dem Feld ausdrücklich erlaubt und völlig kostenlos. Die Standard-Öffnungszeiten der Felder bewegen sich meist zwischen 8/9 Uhr bis 18/19 Uhr. Im Zweifel könnt ihr das Erdbeertelefon anrufen: Ein Service des Hofs, bei dem ihr tagesaktuell – in der Hochsaison sogar stundenaktuell – Infos zum Felderbestand, zu den Öffnungszeiten und den Tagespreisen bekommt.
Hier einmal die Telefonnummern:

  • Bad Blankenburg und Witzelroda: 09776 70 90 214
  • Eußenhausen, Rohr und Schleusingen: 09776 70 90 215

Die Hotlines und alle Standorte der Erdbeerfelder findet ihr auch auf der Website des Hofs.

Bayer’s Franken Erdbeeren

Die Familie Bayer aus Bernsroth im Landkreis Kronach bauen seit 1987 Erdbeeren an. Mittlerweile haben sie ihr Angebot auch um Himbeeren, Heidelbeeren und sogar eine Weihnachtsbaumzucht. Der Großteil der Selbstpflückfelder von Bayer’s Franken Erdbeeren liegt zwar nicht in Südthüringen, zwei gute Spots gibt es aber trotzdem:

  • Sonneberg: Vom OT Malmerz Richtung Oberlind, am Damm im Langen Weg 102.
  • Mitwitz: Ein weiteres Feld kurz hinter der Landesgrenze. In Richtung Wörlsdorf müsst ihr circa 300 Meter vor der Ortseinfahrt links auf einen Feldweg abbiegen und dann nur noch der Beschilderung folgen.

Ab Ende Mai könnt ihr auf diesen Erdbeerfeldern mit dem Sammeln starten. Die Öffnungszeiten sind dabei recht verlässlich:

  • Montag bis Samstag von 9 bis 19 Uhr
  • Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr

Bitte beachtet, dass sich der Hof kurzfristige Schließungen der Felder vorbehält, falls zu wenig reife Früchte vorhanden sind oder wetterbedingte Einschränkungen bestehen. Ihr findet alle Infos auf der Website des Erzeugers.

Unser Guide: So gelingt eure Erdbeer-Ernte

Der richtige Zeitpunkt

Morgens ist die beste Erntezeit, da die Erdbeeren noch schön fest sind. Mit zunehmender Sonneneinstrahlung werden sie weicher und dadurch druckempfindlicher. Nach langem oder heftigem Regen solltet ihr lieber keine pflücken, weil zu viel Nässe dem Aroma schadet und die Früchte häufig beschädigt werden.

Eure Ausrüstung

Das Wichtigste vorab: ausreichend Sonnenschutz sollte Pflicht sein. Auf den Feldern seid ihr so gut wie immer der puren Sonne ausgesetzt, nehmt deshalb am besten einen Hut, Sonnencreme und genug Wasser mit. Zum Sammeln verwendet ihr besser flache Gefäße (empfehlenswert sind mehrere, zum Beispiel eins pro Kopf) statt eines Eimers, da tiefer liegende Erdbeeren unter dem Gewicht der oberen leicht zerquetscht werden. Gut geeignet sind (Span-)Körbe, da die Erdbeeren dann noch gut Luft bekommen und nicht so schnell matschig werden. Vergesst nicht, vor dem Pflücken das Leergewicht eurer Behälter wiegen zu lassen, damit ihr am Ende nur für die Früchte bezahlt. Zu guter Letzt solltet ihr festes Schuhwerk tragen – die Gänge sind oft mit Stroh ausgelegt, können aber uneben oder nach einem Regenfall matschig sein.

Die Erntetechnik

Zuerst sei gesagt, dass Erdbeeren wirklich empfindliche kleine Gesellen sind. Geht deshalb so vorsichtig wie möglich mit ihnen um, da Druckstellen innerhalb weniger Stunden schimmeln können. Am besten ist es, den Stiel etwa 1 Zentimeter oberhalb der Beere mit dem Fingernagel abzukneifen. Der Stiel und die Kelchblätter (das Grüne am oberen Ende) sollten unbedingt an der Frucht bleiben, weil so ihre Haut geschützt wird und sie länger frisch und aromatisch bleibt. Ohne Stiel verliert sie Saft und verdirbt schneller. Bitte pflückt nur vollreife Früchte, da Erdbeeren nicht nachreifen. Ist die Spitze also noch grün oder weiß, lasst sie lieber hängen. Oft verstecken sich viele Beeren unter den Blättern der Pflanze, es lohnt sich also, sie behutsam beiseite zu schieben.

Fun-Fact: Schon gewusst? Botanisch gesehen ist die Erdbeere gar keine Beere, sondern eine sogenannte Sammelnussfrucht. Die kleinen gelben Nüsschen auf ihrer Oberfläche sind die eigentlichen Früchte der Pflanze. Das Rote ist ein stark vergrößerter Blütenboden, der als Scheinfrucht bezeichnet wird.

Verhaltensregeln auf dem Feld

Erdbeerfelder sind bewirtschaftete Betriebe, es gelten also einige Regeln, an die sich jeder Besucher halten muss. Das Probieren in Maßen ist auf den allermeisten Feldern erlaubt, übertreiben solltet ihr es trotzdem nicht – das wäre sonst Diebstahl.
Sobald euch eine Reihe zugewiesen wurde, solltet ihr unbedingt in dieser bleiben. Das Überqueren der Pflanzenreihen beschädigt die Pflanzen nur unnötig. Sollten im vorderen Bereich eurer Reihe nur noch wenig Erdbeeren zur Verfügung stehen, geht die Reihe einfach weiter nach hinten. Dort sind meist noch mehr als genug vorhanden. Alle gepflückten Beeren in euren Körben müsst ihr am Ende auch bezahlen. Seht in jeden Fall davon ab, überschüssige Früchte einfach im Gebüsch zu entsorgen. Einerseits ist das ziemlich unfair dem Betreiber gegenüber, andererseits ist es rechtlich gesehen Sachbeschädigung beziehungsweise Diebstahl. Auf einigen Feldern ist elektronische Zahlung mittlerweile möglich, der Standard und die sicherere Variante bleibt trotzdem die Barzahlung. Tiere sind aus hygienischen Gründen fast immer verboten und das Rauchen ist wegen Brandgefahr streng untersagt!

Transport und Lagerung eurer Erdbeeren

Natürlich sollten frische Erdbeeren am besten direkt verzehrt werden. Sollte das mal nicht gehen, ist die richtige Lagerung entscheidend. Transportiert sie so kühl wie möglich, zum Beispiel im Fußraum eures Autos und fahrt direkt nach Hause. Dort legt ihr sie am besten flach ausgebreitet und ungewaschen ins Gemüsefach eures Kühlschranks, wo sie 1 bis 2 Tage frisch bleiben. Waschen solltet ihr sie erst unmittelbar vor dem Essen oder Verarbeiten, damit sie sich nicht mit Wasser vollsaugen. Bleiben die Stiele und Kelchblätter auch beim Waschen noch an den Beeren, nehmen sie weniger Flüssigkeit auf und schmecken intensiver. Erdbeeren können auch etwa ein Jahr lang tiefgefroren werden. Dafür wascht ihr sie mit Stiel und Kelch gründlich ab, lasst sie abtropfen und entfernt dann erst die Blättchen. Am besten legt ihr sie nun mit etwas Abstand auf ein Tablett und gebt sie so ins Gefrierfach, dass sie möglichst einzeln einfrieren. Danach könnt ihr sie in einen Gefrierbeutel sammeln und diesen in den Tiefkühler legen.

Simpel aber sündhaft gut: Erdbeer-Crumble

Zutaten für 3 Portionen:

  • 500 g Erdbeeren
  • 200 g Mehl
  • 200 g Zucker
  • 100 g Butter

Mehl, Zucker und Butter in eine Schüssel geben und zu Streuseln kneten. Erdbeeren waschen, putzen und in eine Auflaufform geben, mit den Streuseln bedecken. Im vorgeheizten Backofen bei 180°C circa 10 bis 15 Minuten goldbraun backen. Schmeckt pur schon super lecker, noch besser wird er mit Vanilleeis oder Vanillesauce!

Neben der Erdbeere könnt ihr aktuell einen weiteren Saison-Superstar bekommen: Wo ihr erntefrischen Spargel in Südthüringen bekommt, erfahrt ihr in unserem Beitrag! 💚